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Beim Säumerfest sind Bayern und Böhmen eins

Erschienen am 19.08.2013 um 09:06 Uhr

In Grainet wird die Vergangenheit lebendig – Gute Musik, gute Gespräche und gutes Essen sorgen für Stimmung

Von Otto Draxinger, aus der PNP vom 22.Juli 2013.

Grainet. Seit über 1000 Jahren zieht sich der Salzhandelsweg durch unsere Region. Säumer transportierten das weiße Gold über das Grenzgebiet nach Böhmen. Auf dem Rückweg wurden Lebensmittel, vor allem Getreide, mitgenommen. Die Geschichte desmittelalterlichen Handelsweges verbindet heute wieder Orte und Menschen beiderseits der Grenze. Die am Goldenen Steig gelegene Ortschaft Grainet erfuhr durch die Verlegung der Mautstelle
von Fürholz nach Grainet eine wachsende Bedeutung. Seit 1991 lässt das einstige Säumerdorf seine Geschichte wieder aufleben. Wie jedes Jahr so erinnern die Graineter auch an diesem Juliwochenende wieder mit einem „Bayerisch-Böhmischen Säumerfest“ an diese wechselhafte Zeit des Goldenen Steiges − mit einem Zug und einem Fest. Während drunten am Dorfanger rund um das Nikolauskirchlein für die Rast, für die Kurzweil und für Leib und Seele alles hergerichtet ist und die ersten Musikgruppen aufspielen, machen sich böhmische Tänzer, Tänzerinnen und Musiker zusammen mit Erich Paulis „Wanz’npress“ zu Fuß auf den Weg, um den ankommenden Säumerzug gebührend zu begrüßen. Dann endlich wird der Tross über den „Säumerhügel“ hinuntergespielt zu den vielen Wartenden und beim Ankommen immer wieder mit viel Applaus begrüßt. Ein wenig müde sind sie von dem hitzigen, strapaziösen und gefahrvollen Rückmarsch über das Waldgebirge und Mensch wie Tier Speis und Trank und Erholung zugetan. Etwa 200 Leute sind es, etwa ein Drittel davon tschechische Staatsangehörige, und dabei ist auch Säumer-Chef Andreas Aringer, der Ankommende wie Anwesende gleichermaßen herzlich begrüßt, darunter auch Landrat-Stellvertreter Helmut Behringer, Nachbarbürgermeister Fritz Gibis, MdL Alexander Muthmann, Bezirksrätin Gudrun Peters, SPD-Unterbezirksvorsitzende Rita Hagl-Kehl sowie Kreis- und Gemeinderäte. Bürgermeister Martin Maly von der alten Säumerstadt Prachatitz reflektierte in seinen Grußworten auf den soeben eingetroffenen historischen Säumerzug, der einen Teil jenes Weges nutze, den Karawanen schon vor ein paar Jahrhunderten genutzt haben und der die Nationen beiderseits der Grenze vereinte. „Dieser Weg ist nicht nur eine symbolische Erinnerung an die vergangene Zeit, sondern er vereint die beiden Nationen auch heute wieder und wir hoffen, dass er sie auch in der Zukunft weiterhin vereint.“ Grainets Bürgermeister Kaspar Vogl, der zuvor den Säumerzug „in Uniform“ begleitete,
begrüßte Säumer wie Gäste und Ehrengäste auf dem Dorfanger inmitten der Ortschaft Grainet herzlich. Ganz besonders bedankte er sich bei Säumer-Chef Andreas Aringer und seiner Mannschaft für die hervorragende Vorbereitung und Ausrichtung des diesjährigen Bayerisch-Böhmischen Säumerfestes. Dann wurde gefeiert, gegessen, gezecht, getanzt und gelacht, wurden die Pferde versorgt und als schließlich schon Feuerstellen die Nacht erwärmten und das Säumerlager in ein bezauberndes Licht tauchten, da flogen noch immer Musikklänge über den Dorfanger und da fühlten sich die Anwesenden immer noch in vergangene Zeiten entrückt. Folgende Gruppen spielten für die Gäste auf: Zwerxt, Wanznpress, Flori und Freunde, Musikantenstammtisch Großwiesen, d’ Wolfstoana, Deggendorfer Brotzeitmusikanten, Musik- und Tanzgruppe Libin S aus Prachatitz, Pfui Deife, Hans und Hias sowie die Dixi Old Boys aus Budweis. Säumer-Chef Anton Aringer freute es: Die spontane, unverfälschte Musik, die authentische Atmosphäre, der Spaß der Leute. „Wir sind 150 Kilometer angereist und wir kommen bestimmt wieder“, weiß er von Gästen und „ruft’s an, dann spielen wir auch im nächsten Jahr wieder“, so äußerten sich Musiker und „das freut uns und das ist höchstes Lob für unsere Arbeit und unser Programm“.