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Eine Lanze gebrochen für grenzüberschreitende Freundschaft

Erschienen am 04.07.2012 um 07:37 Uhr

Salzfest im tschechischen Prachatitz − Mit den Graineter Säumern "zogen" auch mehrere Abordnungen mit − Vor 700 Jahren erstmals erwähnt

Eine Lanze gebrochen für grenzüberschreitende Freundschaft
Salzfest im tschechischen Prachatitz − Mit den Graineter Säumern "zogen" auch mehrere Abordnungen mit − Vor 700 Jahren erstmals erwähnt

Prachatitz/Grainet/Waldkirchen/Freyung/Röhrnbach. Eines muss man ihnen lassen: Ihr Fest des Salzes verstehen die Prachatitzer bestens zu feiern. Heuer war mit der 22. Auflage dieser Veranstaltung, die Tausende von Besuchern angezogen hat, auch noch ein Jubiläum verbunden − der Ort wurde vor 700 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Kein Wunder, dass da etliche bayerische Delegationen der befreundeten Kommune im Böhmischen die Aufwartung machten.

Vorne dran − nicht nur aufgrund der Anzahl, sondern auch, weil sie stets dabei sind, wenn sie gebraucht werden − stehen da die Graineter Säumer. Andreas Aringer und seine Leute waren wieder mit Pferden und Kutsche und Lanzenmännern und Kraxenträgerinnen gekommen und bereicherten mit ihrem Einzug und tags darauf beim Festzug die Veranstaltung. Ihr Lager hatten sie mal wieder im Stadtpark aufgeschlagen. Dort ging es emsig zu. Viele Besucher, vor allem auch viel junges Volk, wollten ihre Bekanntschaft mit den urigen Gesellen aus dem Bayerischen machen, die einst Salz auf dem Goldenen Steig nach Böhmen transportiert hatten.

Mit den Säumern waren auch Begleiter aus dem Landkreis Freyung-Grafenau gekommen (diese freilich wesentlich einfacher und komfortabler mit dem Auto). Grainets 1. Bürgermeister Kaspar Vogl und sein Stellvertreter Jürgen Schano konnten sich vom beeindruckenden Auftritt "der Ihrigen" überzeugen. Aus Waldkirchen hatte sich Bürgermeister Josef Höppler aufgemacht, wenngleich er heuer ein Solo in Prachatitz hatte − denn durch die Beteiligung vor kurzem bei der 400-Jahr-Feier in Röhrnbach und den Proben für das am kommenden Wochenende in Waldkirchen stattfindende Marktrichterfest hatten diesmal die Waldkirchner Bürgerwehr und Delegationen vom Marktrichterverein pausieren müssen. A propos Röhrnbach: Auch Bürgermeister Josef Gutsmiedl und Geschäftsleiter Bernhard Ilg machten den Prachatitzern die Aufwartung, konnten doch die Bande zur böhmischen Stadt in den vergangenen Wochen und Monaten immer enger geschnürt werden. Auch zu Freyung existieren sehr gute Verbindungen und so ließen sich Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich und eine Abordnung vom Historischen Verein in der Freyung die Teilnahme beim Festzug nicht entgehen.

Prachatitz’ Bürgermeister Martin Maly und 2. Stadtoberhaupt Robert Zeman hießen die Delegationen ganz offiziell im Kultursaal des Volkshauses willkommen, während draußen am Stadtplatz Unmengen an Besuchern sich am historischen Treiben erfreuten und das ein oder andere Schmankerl an den vielen Verkaufs- und Verpflegungsständen sicherten.  Bürgermeister Maly erinnerte daran, dass schon zum 22. Mal dieses Fest des Salzes stattfinde und dass man sich freue, auch aus Anlass der 700-Jahr-Feier besonders viele Gäste in der Stadt zu wissen. Neben den benachbarten Bayern aus Waldkirchen, Röhrnbach, Freyung und Grainet mit ihren beliebten Säumern sowie von den Vermessungsämtern Passau und Freyung begrüßte er eine Delegation aus Ingolstadt und eine besonders große aus Berchtesgaden, wohin es gute Verbindung aufgrund der gemeinsamen "Salz-Vergangenheit" gibt. Darüber hinaus war es ein Auflauf aus ganz Europa − mit Gästen aus Mauthausen (Österreich), Impruneta und Terra del Sole (Italien), Spiez (Schweiz), Rogacov (Weißrussland) und auch aus Litauen, Slowenien, Russland und Georgien.

Bürgermeister Maly betonte den hohen Wert dieser grenzüberschreitenden Beziehungen und er schaute auch gerne bei den Säumer-Freunden in ihrem Lager vorbei.

Geschwitzt haben sie alle bei den teils tropischen Temperaturen ganz schön, die Damen und Herren Kostümträger, die den Flair des Goldenen Steiges wieder für ein paar Tage in die schöne Stadt mit ihrem altehrwürdigen Stadtplatz und ihrem Häuserensemble gebracht hatten. Aber was tut man nicht alles für Historie und alte Verbindung . . .

Text: Reinhold Steiml, Passauer Neue Presse